Techniken in der Kunst

Kunst ist nicht nur in Stil und Aussage kreativ und vielfältig, auch den Möglichkeiten der Verwendung verschiedener Techniken sind lediglich durch die Phantasie der KünstlerInnen begrenzt. Die Hauptgruppen aktueller Kunsttechniken haben wir als informativen Service für sie aufbereitet und kurz beschrieben.

Aquarell - Acrylbilder - Ölmalerei - Mischtechnik - Collage - Zeichnung/Kreidemalerei - Drucktechnik - Airbrush - Fotografie - Andere Techniken - Objekte/Bildhauerei


Aquarell

Aquarellfarben sind fein zerriebene, lichtechte und leuchtende Pigmente, die mit dem natürlichen Gummi Arabicum Harz gebunden werden Dieses Harz - und damit auch die Farbe - sind mit Wasser immer wieder anlösbar. Damit ist die wichtige Voraussetzung geschaffen, die Farben in transparenten, dünnen Malschichten auf das Aquarellpapier aufzubringen. Dazu werden wertvolle Haarpinsel (z.B. Reinmarder-Haarpinsel, d.s. Kolinsky- Qualitäten) oder auch moderne Synthetic-Haarpinsel in runder, spitziger, Zungenform oder als Flachpinsel verwendet. Derart ausgerüstet, werden die Farben (meist sehr dezent und in etlichen, leichten Schichten) flächig und sehr wässrig gemalt.

Das verwendete Aquarellpapier soll lichtbeständig und ph neutral sein,(jedenfalls aber holzfrei) damit keine Nachgilbung oder Dunklung die Brillanz der Farben nimmt. Es sind wertvolle, oft sogar reine Baumwoll- oder Hadernpapiere, die nicht selten mittlere bis grobe Körnungen aufweisen, auf welchen die gemalten Motive lebendig und strukturiert erscheint. Diese Papiere/Kartone sind oft über 300 g/m2 schwer und haben oft noch ihre typischen Büttenränder (ausgefranste, unruhige Schöpfränder).

Maltechnik - Allen gemein ist die leichte, luftige und gern flüchtige Wirkung der Farben. Selten wird weiße Farbe verwendet, welche die Farben pastellig machen würde. Das weiße Papier ersetzt die weiße Farbe. Es wird dabei ausgespart oder abgedeckt. Gemalt wird stets von hell nach dunkel, vom Hintergrund in den Vordergrund. Typisch auch die Verwaschungen und das weiche Verlaufen von Flächen. Dabei wird sehr naß gemalt und das genaue Wissen über das Reagieren des Papiers ist Voraussetzung.

Acrylbilder

Diese Malweise gehört zu den jüngsten Entwicklungen der modernen Kunst. Erst in den 60er Jahren dieses Jahrhunderts entdeckten die Amerikanischen Künstler (wie Andy Warhol, Roy Lichtenstein oder Jasper Johns) die Vorzüge dieser modernen Farbe. Bis dann der große Boom Ende der 80er Jahre auch auf Europa schwappte. Die Acrylfarbe ist eine synthetische, ungiftige Farbe. Sie ist - meist als Farbpaste ausgelegt- mit Wasser verdünnbar und trocknet zügig als "Farbhaut" auf. Ein Vorteil für das schnelle Arbeiten. Ein weiterer: sie hat eine ungemein starke, verklebende Eigenschaft. Und der wichtigste Vorteil: die Farbe bleibt auch nach dem Trocknen elastisch. Damit wurden Eigenschaften geschaffen, die diese Farbe so vielfältig einsetzbar macht und so unendlich kombinierbar werden ließ. Acrylfarben verwenden allesamt moderne Pigmente, die meist hochlichtecht sind. Die Wirkung dieser Farben ist oft klar, eindeutig und für manche Betrachter sogar "grell" oder "schreiend". Es bleibt dem Künstler überlassen, ob er diese Farbwirkung bewusst einsetzt oder aber durch mischen zurücknimmt, dämpft oder abschwächt. Typische Lasurmalereien (die aus vielen, transparenten Schichten aufgebaut werden) oder Kopien von altmeisterlichen Motiven werden in der Acryltechnik weniger erzeugt. Dafür aber um so mehr klare, "laute" Farbflächen, oft unterstrichen mit Strukturen, Verklebungen (Collagen) u.a.m. Typisch für die Acryltechnik sind abstrakte, großflächige oder stark strukturierte Bilder.

Gearbeitet wird von der Palette aus, mit groben, starken Borstenpinsel oder synthetische Borsten auf Malkartone, Malplatten, Leinwände oder starken Papieren. Der am meisten verwendete Bildträger ist die Leinwand, denn hier gibt es eine elastische, strukturierte Oberfläche, auf der die Acrylfarbe Halt findet. Diese Leinwand (am stabilsten sind echte Leinentücher, weicher, oftmals aber feiner in der Struktur und gleichmäßiger gewoben- sind Baumwolltücher) ist auf Keilrahmen aufgebracht. Auch hier sind bei größeren Formaten vor allem stärkere, oder mehrfach verleimte Holzqualitäten den Vorzug zu geben. Holz bleibt lebendig und kann - je nach Raumklima oder Hängeort des Bildes - wachsen, sich verdehnen oder verziehen. Dann allerdings können bei professionell bespannten Leinwänden der Keilrahmen ausgetauscht werden.

Acrylmalereien benötigen keinen speziellen Schutz. Um eine einheitliche Glanz/Mattwirkung der Farben zu erreichen, oder die Oberfläche gegen Verkratzen oder Verstauben zu schützen, wird gerne ein Transparentlack/Firnis aufgetragen. Auf die Lichtbeständigkeit der Farben allerdings haben diese Überzüge wenig Einfluss. Damit kommt also das typische Acrylbild nicht hinter Glas verschlossen, sondern frei - wie gemalt - zur Ausstellung.

Ölmalerei

Diese Maltechnik ist die bekannteste, wird seit hunderten von Jahren praktiziert und stellt die Technik der berühmtesten Gemälde der Welt dar. Es waren die Brüder VanEyck aus Holland vor über 400 Jahren, die begannen, nach Rezepturen die verschiedenen Pigmente anzureiben und damit Ölfarben in immer wiederkehrender, gleich bleibender Qualität zu produzieren.

Noch heute produzieren die berühmtesten Künstlerfarbenfabriken nach uralten Rezepten. Die Zutaten haben sich zwar verändert, denn viele der Pigmente dürfen (Umwelt-, Tier- und Pflanzenschutz) oder können nicht mehr erzeugt oder abgebaut werden. Damals wurden tatsächlich auch Farbtöne (Pigmente) wie Caput mortuum (Totenkopf), Indischgelb (Kuh-Urin), Sepia (Tintenfisch-Abwehrfarbe) usw. verwendet. Das feinste Blau, Ultramarin, wurde aus dem Halbedelstein Lapis lazuli gewonnen, und das wunderschöne dunkle Rot, Purpur, wurde aus Schnecken gepresst. Elfenbeinschwarz wurde tatsächlich aus verkohltem Elfenbein gewonnen. Heutzutage werden entweder Ersatzpigmente verwendet, die einen sehr ähnlichen Farbton ergeben, oder es werden die Farben synthetisch erzeugt und an die damaligen Farbtöne angenähert. Auch die einstmals so giftigen Farben wie Kremserweiß (Bleiweiß) oder etwa Schweinfurtergrün, das in die Giftklasse von Zyankali eingereiht werden musste, sind vom Ladenregal verschwunden. Leider hat darunter auch die Farbtonauswahl gelitten. Der Künstler ist einmal mehr gefordert, seine Wunschfarben also durch Mischen zu erzeugen. Die Haltbarkeit, die Deckkraft und die Ergiebigkeit, ebenso die Lichtbeständigkeit (bei guten Farben bis über 140 Jahre!) haben aber darunter nicht gelitten, im Gegenteil, bei vielen ursprünglich natürlichen (wie z.B. pflanzlichen) Pigmenten wurde diese deutlich erhöht und übertroffen.

Gemalt wird, indem der Künstler die Farbpasten aus der Tube auf eine Palette drückt. Diese Farbhaufen werden mit Terpentinöl, Malmittel oder selbst angerührten öligen Bindern verdünnt und auf den Maluntergrund aufgetragen. Da dicke Ölfarbenschichten einige Monate zum Trocknen brauchen, werden beim Malen oft Harze (Dammar- und Mastix, mehr aber moderne, wie Zyklohexanon Harz oder Alcydharz) beigemischt, die das Trocknen wesentlich beschleunigen. Damit werden auch Lasurfarbschichten (dünne, transparente Farbschichten, die übereinandergelegt werden) möglich und ein langsamer, systemischer Bildaufbau (vorallem bei naturgetreuen Malweisen) wird ermöglicht. Auch das Wissen und der Einsatz von Imprimituren (färbigen, motivgenauen Vorgrundierungen, die sogar mit Tempera oder Eitempera vorgemalt werden können) sind vorteilhaft beim Bildaufbau.

Gegensätzlich dazu ist die Alla prima-Malerei (oder auch: Primamalerei) die vor allem von dem Impressionisten eingesetzt wurden. Dicke Malschichten werden nebeneinander gesetzt und spontan aufgetragen. Dabei ist es besonders wichtig, schnell trocknende Harze zu verwenden. Auch die Weiterentwicklung, nämlich die inzwischen sehr beliebten modernen Ölfarben, die mit Wasser verdünnbar sind, werden gerne eingesetzt.

Ebenso vielfältig wie die div. Maltechniken in der Ölmalerei sind auch die verwendeten Pinsel. Wobei vornehmlich flache Borstenpinsel verwendet werden die der Ölfarbe eine Struktur (Duktus)geben. Bei sehr feinen Motiven, bei der naiven Malerei, der Ikonenmalerei und den altmeisterlichen Techniken werden auch weichere Haarpinsel verwendet. Nicht selten werden dabei auch wertvolle, spitzgebundene Marderpinsel eingesetzt. Für besonders gleichmäßige und strukturfreie Farbaufträge sind flachgebundene Marder, Rindshaar oder Syntethic Pinsel richtig.

Nach der völligen Durchtrocknung der Ölmalerei (und das kann - je nach Schichtdicke- schon mal ein paar Monate dauern) wird das Bild gefirnisst. Dies- um die unterschiedlichen matten und glänzenden Stellen der Malerei auszugleichen und damit eine homogene Bildwirkung zu erzielen. Aber auch, um die Ölfarbe vor aggressiven Chemikalien zu schützen, natürlich auch gegen Rauch - oder etwa auch Nikotin. Bei der Restauration kann dann der Firnis entfernt werden um die darunter liegenden Ölfarben besser reinigen und auffrischen zu können. Nach Neuaufbringung des Firnisses erscheint selbst ein altes und stumpf gewordenes Ölbild in kaum geglaubter Lebendigkeit und Brillanz. Die Leinwand ist der geeignete Träger für Ölgemälde. Malkartone und Ölmalpapiere werden zwar auch verwendet, hier gibt es aber wegen der nachfolgenden Rahmung Probleme.

Mischtechnik

Ist, wie das Wort ausdrückt, eine Vermischung von zwei oder mehreren Maltechniken oder Materialien. Diese Form wählt der Künstler, um seine gewünschte Bildsprache und die beabsichtigte Wirkung zu erhalten. Da ja die zur Verfügung stehenden Malmaterialien typische, zumeist doch eher eingeengte Bearbeitbarkeit und Oberflächenwirkung haben, ist diese Absicht des Künstlers berechtigt. Mischtechniken können beispielsweise sein:

Aquarell/Gouache: die Transparenz und eher weniger intensive Farben des Aquarells werden mit den stark deckenden, matten und oftmals sehr wirkungsvollen Farbschichten der Gouache/Tempera verstärkt. Dabei geht allerdings nicht selten die Papierstruktur verloren. Auch schon das - normalerweise eher nicht verwendete "Weiß" im Aquarellbild wird von Künstlern und Kunstkritikern schon manchmal als Aquarell-Mischtechnik bezeichnet, da die Verwendung von Weißpigmenten die Aquarellfarbe deckender, zumindest aber pastelltoniger erscheinen lässt. Das Aquarell verliert dadurch - die für viele typische - Handschrift.

Aquarell und Stifte, Kohle, Kreide, Tusche (auch laviert): Um die - oftmals flächige und dezente Wirkung- des wässrigen Aquarells zu steigernd und das Motiv oder die Aussage noch spannender zu gestalten, werden Konturen, Striche, Schraffuren in passenden Farben mit Stiften nachgezogen und verstärkt. Durchaus üblich ist der Einsatz von Tusche mit Tusche-Pinseln, Rohrfedern oder Zeichenfedern. Auch lichtbeständige Fineliner, Kohle, Farbkreiden und Aquarellstifte werden gerne verwendet. Dies kann nach dem Malen oder auch zwischen den einzelnen Farbschichten erfolgen. Das Aquarell wirkt damit oft dynamischer, wilder oder spontaner und verliert den zurückhaltenden, homogenen Effekt. Je nach Motiv, Papierstruktur oder Aussage ist dies aber die Entscheidung des Künstlers, um seine beabsichtigte Wirkung zu erzielen.

Tempera/Acryl: hier wird die matte Oberfläche der Temperafarben mit der eher aggressiven und eher glänzenden Oberfläche des Acryls vermischt sich, um unterschiedliche, spannungsgeladene Wechselwirkungen der einzelnen Farbflächen zu erzeugen. Auch das Nass in Nass Mischen der Farben führt zu Aufbrüchen, Körnchen- und Rissbildungen, die vom Gestalter beabsichtigt werden. Dies geschieht, weil sich Tempera- und Acrylfarben kaum vertragen.

Acryl/Öl: Zwei Farbsysteme, die sich eigentlich nicht vertragen. Wohl ist das Malen von "fett auf mager" also von Ölfarbe auf Acryl- oder Temperafarben üblich bzw. vorteilhaft, dies wird aber nicht unbedingt schon als Mischtechnik definiert. Wenn aber der Künstler durch behutsame Zugabe von Ölen und Malmitteln erreicht, dass Ölfarben und Acrylfarben sich in nassem Zustand gerade noch vertragen, oder beim Mischen, spätestens aber beim Trocknen aufbrechen, Risse und Gräben bilden oder Körnchen zeigen, dann kann diese Optik durchaus gewünscht und für den gestaltenden Künstler wirkungsvoll einsetzbar sein.

Öl/Acryl/Tempera mit Stiften und Kreiden sind beliebte, weil sehr wirksame und stilvolle Mittel. Nach oder zwischen den Malschichten werden mit Stiften (z.B. Lackmalstiften, Markern, Ölstiften, Röteln) und Kreiden (wie Aquarellkreiden, Pastell- und Ölkreiden) Konturen gezogen, Flächen schraffiert oder Akzente gesetzt. Dies ist oft einfacher als mit Pinsel und Farbe, jedenfalls aber sichtbarer und wirkungsvoller. Diese Striche sollten dann aber auch fixiert werden, da das Bild sonst verletzlich bleibt, oder aber, das Bild wird hinter Glas gesetzt.

Über diese erwähnten Mischtechniken gibt es eine Vielzahl weiterer Kombinationsmöglichkeiten und natürlich auch andere, hier nicht angeführte Materialien (wie Lacktechnik, Airbrush- und Sprühtechnik, Schütt-Technik usw.)

Collage

Ursprünglich aus dem Französischen entstandene Bezeichnung für "kleben" und mit Papier verkleben. Im erweiterten Sinne auch Assemblage (Materialbild). Heute werden alle Bild-Techniken "unter Collagen" zusammengefasst, die nicht "nur" mit Farbe bemalt wurden. Also natürlich auch aufgeklebte und verklebte, fremde Materialien wie z.B. Stoffe, Papiere, Kartone, Wellpappen, aber auch Drähte, Maschen, metallische Gegenstände, ebenso wie Plastik und andere Materialien, die eben eine gewünschte Aussage und Wirkung erzielen sollen. Doch nicht nur das "Kleben" ist wichtig, auch das Annähen, Ausschneiden, Einbrennen, Aufstreuen, Ausreißen, Aufschmieren, Annageln, Einfräsen, Auflegen usw. bilden wichtige, gestalterische Elemente der modernen "Collage". Je nach Zusatzmaterial und dessen Gewicht, werden auch die passenden Bildträger im Vorfeld ausgewählt. Da ist eine Mehrschichtplatte, MDF Platte oder ein Foamboard angebracht, dort genügt ein dünnes Blatt feinstes Japanpapier oder hier ist ein bespanntes Jutegewebe als Grund ideal.

Zu den wohl sensibelsten Collagen gehört die Verbindung von Aquarell mit feinsten Japan- und Chinapapieren. Die Verklebung findet demnach mit wasserverdünnbaren Leimen, Gummi arabicum oder auch Bindern statt. Bei den Acrylbildern kann mit Strukturmassen, Gels und Acrylbindern bequem in jedem Arbeits- und Malstadium Papier, Stoffe, Gewebe und ähnliches eingedrückt und aufgeklebt werden. Diese fremden Materialien werden dann auch wieder übermalt und bearbeitet. Da das Acrylmedium schnell trocknet, sind solcherlei Schichtaufbau einfach zu bewerkstelligen und erlauben das umsetzen der fantasiereichen und skurilsten Ideen.

Fundstücke wie Holzwurzeln, Schrott-Teile oder bestimmte Teile von mehrgliedrigen oder komplizierten Geräten (wie aus Uhren etc.) werden gerne -thematisch oder rhythmisch - aufgelegt und verklebt.

Weiters üblich und beliebt ist das Einbetten solcher Gegenstände in Polyester, in Latexmilch, Wasserglas oder in harzigen Schichten. Hier wird dann des öftern mit Öl-oder Alcydölfarben oder Kunstharzlacken weitergearbeitet.

Zeichnung/Kreidemalerei

Obgleich die Zeichnung auch eine Skizze, ein Entwurf (oder Layout) sein kann, so steht sie doch seit Anbeginn des kreativen Tuns der Menschheit als eigenständige, künstlerische Technik. Natürlich versuchen die meisten Künstler, weg vom "Bleistift" (eigentlich Grafitstift, seit 1800 von allen Künstlern eingesetzt) zu gehen, weil an diesem Medium für manchen Betrachter zu sehr "Schulerinnerungen" hängen. Dennoch gibt es auch in diesem Zeichenmaterial exzellente Künstler, die es verstehen, mit den verschiedenen Weichheits- und Härtegraden des Grafitstifts (z.B. von 9B bis 6 H) die unterschiedlichsten Grauwerte zu nützen und sinnvoll einzusetzen. Auch wenn ein Künstler sein Werk "nur" als Grafitzeichnung benennt, kann von einer sehr guten Haltbarkeit und Lichtbeständigkeit ausgegangen werden, wie bei allen anderen, nachfolgend erklärten zeichnerischen Techniken.

Rötel, Braun/Grau/Weißkreiden, Sepiastifte: Seit Leonardo DaVinci sind diese - in Stäbchen, Stiftform oder als holzgefasste Ausführung - beliebte zeichnerische Materialien .Gewonnen aus natürlichen Tonen, Sanden, Erden und Kreiden, verfeinert und gepresst, zum Teil. gebrannt, haben diese Mittel höchste Lichtbeständigkeit und eine feine, sensible Wirkung. Nicht selten auf getönten, lichtbeständigen Papieren (wie Ingres) eingesetzt. Dann auch zwischen- oder endfixiert, ergeben sie eine eindrucksvolle Wirkung. Hier wird sofort das Können des Künstlers erkannt. Es kann schwer korrigiert oder überzeichnet werden. Der Strich muß sitzen. Das erfordert viel Übung und Disziplin. Solche Zeichnungen sind meist in den Formaten bis ca. 50x70cm.

Kohle: verkohlte Holzstäbchen, stark abfärbend (übrigens immer nur schwarz!). Die Kohle erfordert besonders viel Erfahrung, weil doch der Kontrast am höchsten, die Wirkung am stärksten ist, und kaum Grauwerte oder Flächen entstehen. Kohle benötigt ein offenporiges, weiches Papier, das viel Kohlestaub aufnimmt und eine gute Fixierung.

Tusche, Marker, Fineliner: Es gibt dabei lichtbeständige Qualitäten, die vom Künstler höchst effizient eingesetzt werden können. Dazu nimmt dieser auch Rohrfedern, Metall- oder Glasfedern, Pinsel, Pinselmaler oder eben feinspitzige Marker. Das Papier kann strukturiert, manchmal sogar saugend sein (wie Himalaya-, China- oder Japanpapiere) oder bis zur satinierten (glatten), weißen Oberfläche gehen.

Farbstifte, Farbkreiden, Aquarellstifte gibt es in hunderten von Farbabstimmungen und Nuancen. Farbkreiden- und Stifte decken sehr stark, sind auf fast allen Papieren anwendbar. Ebenso die Aquarellstifte, die nicht selten in einer Mischtechnik mit Aquarell kombiniert werden oder eben als eigenständige Technik eingesetzt werden.

Pastellkreiden: bestehen aus kaum gebundenen Pigmentabmischungen, sind sehr abfärbend und staubig und verletzlich. Selbst nach guter Fixierung sind die Farbflächen empfindlich. Die Wirkung allerdings kann zum Beispiel bei den Werken von Edgar Degas - immer noch begeistern. Eine Farbigkeit, eine Vielschichtigkeit und eine Nuancierung, die mit Malfarben nie so erreicht werden. Portraitisten und Landschaftsmaler verwenden diese sensiblen Kreiden ebenfalls. Dennoch ist diese Technik nicht sehr verbreitet und die Meister sind in dieser schwierigen Zeichen- und Maltechnik selten.

Drucktechnik

Das Reich der künstlerischen Drucktechniken ist sehr groß. Hier sollen die wesentlichen Unterschiede der meistgebräuchlichen Drucktechniken erklärt und miteinander verglichen werden. Eine Kunstkopie eines Kunstdruckes ist natürlich auch ein Druck. Hier ist allerdings anzumerken, dass mit der Kunstkopie die wohl ähnlichste Anmutung des Originaldruckes erzielt werden kann. Natürlich fehlen auf der Kopie die Original-Signatur und die Angabe der Gesamtauflage bzw. die Nummernbezeichnung des Handdruckes. Diese Angaben (in Original-Schrift des Künstlers/Druckers) sind unverkennbare Merkmale einer künstlerischen Drucktechnik.

Tiefdruck: Die wohl älteste, bekannte Drucktechnik, der sich Künstler bedienen. Einer der wohl bekanntesten Drucker aus der frühen Zeit der Tiefdruck-Kunst war Albrecht Dürer (1471-1528) Und so funktioniert sie: auf eine Kupfer- oder Zinkplatte wird (seitenverkehrt) das Motiv aufgezeichnet oder durchgepaust. Dann entscheidet sich der Künstler entweder für den Kupferdruck, Kupferstich, eben die manuelle Bearbeitung der Druckplatte. Mit Kupferstichwerkzeugen, Kaltradiernadeln usw. schabt, kratzt und sticht er in die Platte. Oder er wählt die Radierung. Hier wird zuerst die Platte mit Ätzgrund zugedeckt, die Zeichnung aus dem kalten Ätzgrund herausgekratzt und geschabt (das erfordert wesentlich weniger Kraftaufwand). Danach wird die Druckplatte geätzt (in Säure oder Eisen-III-Chlorid). Hier also übernimmt die Chemie das, was sonst der Kupferstecher mit Kraft macht. Nach dem Ätzvorgang geht es mit dem Säubern und dann dem Einfärben der Platte weiter. Nur die Vertiefungen nehmen Farbe auf (deshalb: Tiefdruck), der Rest der Platte wird gesäubert und poliert. Dies erfordert viel Zeit und sehr viel Gefühl. Danach wird auf die Platte das vorher genässte Tiefdruckpapier gelegt, geschützt mit Filzen etc. kommt dann der Druckstock in die Tiefdruckpresse und hier, mit Kraft, Geduld und Feingefühl und mit sehr hohem Druck (über 1000kg) wird dann Blatt für Blatt bedruckt. Nach dem Austrocknen erfolgt die Beschriftung mit der Signatur des Künstlers, mit Gesamtauflagenzahl, der Blattnummer und ev. dem Datum. Tiefdrucke werden - je nach Motiv (es gibt auch Roulette Mouletten- und div. Grauwertverfahren wie die berühmte Aquatinta Technik in welcher Grauwerte durch Ätzungen mit Cholophonium oder Aspahlatstaub wie ein unregelmäßiger Raster eingesetzt werden) und Empfindlichkeit in eher kleinen Auflagezahlen gedruckt. So sind Auflagen von 5, 15 oder 30 Stück keine Seltenheit. Dabei behält der Künstler oft für sich einige Probeandrucke (E.A.). Natürlich ist der Wert des Blattes höher, wenn die Auflage kleiner ist. Gedruckt wird fast ausschließlich auf voluminöse, hochgrämmige (250-350g/m2) Tiefdruckbütten, die weich und aufnahmefähig sind. Der Tiefdruck ist eine schwierige, zeitaufwändige Technik die heutzutage leider wenig Anhänger hat. Besonders reizvoll sind Drucke, die mehrfärbig sind (da pro Farbdruck eine eigene Platte produziert werden muss) oder nachträglich handcolorierte Drucke, die der Künstler/Drucker höchstpersönlich einfärbt. Damit ist jeder Druck ein Unikat.

Hochdruck: Manchen aus der Schulzeit noch bekannt ist der Linoldruck. Auch: Holzdruck, Kordel, Kork- usw. Druck sind ähnliche Verfahren, die folgendes Prinzip gemein haben: Aus einem mehr oder wenigen festen Druckstock werden Teile herausgeschnitzt. Die erhabenen, hohen Stellen (deshalb Hochdruck) nehmen dann die Druckfarbe (mit Walze aufgetragen) an. Die Vertiefungen bleiben unberührt und bilden so die ausgesparten Stellen. Wenn man so möchte, die gegenteilige Drucktechnik zum Tiefdruck. (Holzstich = Xylographie). Der Hochdruck war seit jeher (aufgrund seiner "Abklatscheingenschaften" bekannt, denn es brauchte kaum hohe Druckkräfte. Stempel und Siegel wurden in Urzeiten erzeugt und verwendet (z.B. als Russabdruck). Die wahrscheinlich bekannteren Bilder beispielsweise eines Edvard Munch oder eines Ernst Ludwig Kirchners sind typische Vertreter des Holz(Hoch)drucks. Hier auch sehr gekonnt eingesetzt: der Mehrfarbendruck. Bei Künstlern wohl am meisten beliebt sind Holzdruck und Linoldruck. Ersterer, weil doch sehr große Formate möglich sind und weil teilweise die Holzmaserung als Stilmittel mit verwendet wird. Zudem erlaubt Holz (bei dementsprechenden Können) eine große Bahnbreite an Ausdrucksmöglichkeiten und eine fast Alle hohe Auflagenzahl. Denn hier wie auch bei Linoldrucken wird mit vergleichsweise geringem Druck und weichem, farbaufnehmenden Papier (auch Tiefdruckbütten, Japanpapier, Ingres) eine schon randscharfe Druckqualität erreicht. Die Stockpresse, Rollenpresse oder eben nur der Handballen oder das Falzbein sind die üblichen "Abdruckgeräte".

Siebdruck (Serigraphie) wird heute mehr denn je gewerblich bzw. industriell eingesetzt. Trotzdem bietet der Siebdruck für den Künstler eine Reihe von Vorteilen und besonderen Ausdrucksmöglichkeiten. (So sind die Amerikaner in den 70er wie Roy Lichtenstein, Andy Warhol usw. mit dieser Technik bekannt geworden ) Ein in einen Rahmen bespanntes, feinstes Sieb wird von Hand (oder über Fototechnik) so behandelt, dass Bildteile beschichtet sind und andere frei bleiben. Beim anschließenden Auftragen der Farbe mit einer breiten Rakel wird die Farbe bei allen offenen Siebstellen auf den Untergrund (z.B. Papier oder Leinwand) durchgedrückt. Damit entsteht das Bild seitenrichtig auf der Unterlage. Beliebt sind Siebdrucke auch als Mehrfarbendruck oder als Grund-Technik zur Übermalung oder als Stilmittel zur Verfremdung auf einem schon vorhandenen Bild.

Lithografie (Flachdruck): 1798 von Aloys Senefelder erfunden und beruht auf seiner Entdeckung, dass die mit fetter Farbe eingeriebene Stellen eines Kalksteines Wasser abstoßen, aber fette Druckerschwärze annehmen. Andererseits stößt dieser Stein Farbe ab, wenn er mit Wasser angefeuchtet wird. Dadurch war die Voraussetzung gegeben, von einer Fläche aus drucken zu können, indem mit Wasser und mit (fetter) Druckfarbe gearbeitet wird. Dieser Solnhofer Kalkstein in bis zu 12cm dicken und dementsprechend schweren Platten, war immer wieder aufs Neue zu Schleifen, Entsäuern und neu einsetzbar. Aus dieser Steindrucktechnik wurde dann auch die heute übliche Offsettechnik weiterentwickelt, hier freilich auf Metallträger und mit Beschichtungen. Die Lithografie erlaubt ein spontanes Arbeiten mit dem Widergeben der persönlichen Handschrift des Künstlers. Auch Vielfarbendrucke sind sehr eindrucksvoll (z.B. von Oskar Kokoschka oder Georges Braque) Dennoch - nicht zuletzt wegen der aufwändigen Verfahren, der "gewichtigen" Steinplatten und den fehlenden Druckmaschinen - wird diese Technik heutzutage viel zu wenig angewendet.

Airbrush

Schon um die Jahrhundertwende hatte ein englischer Zahnarzt (DeVilbiss) das Patent zum ersten "Luftpinsel" angemeldet. Ein feines Spritzgerät, bei welchem der Luftdruck und die Farbmenge (am besten mit nur einem Hebel ) dosierbar sind, und damit der Farbstrahl von der dünnen Linie bis zur breiten, feinst zerstäubten Fläche einstellbar ist. Es ging nicht sehr lange, bis Illustratoren und Grafiker diese Technik für sich entdeckten. Um 1960 schon wurden Fotoretusche und grafische Entwürfe mit dem Airbrush entwickelt. Und bis die Digitalisierung voll durchgegriffen hatte (1985-1990)) war der Luftpinsel ein unentbehrliches Werkzeug der Grafiker.

Spätestens zu dieser Zeit allerdings hatten auch die Künstler diese Technik für sich entdeckt und zur Perfektion getrieben (Gottfried Hellnwein mit seinen verbundenen Verletzten, Hajime Sorayama bekannt durch seine Chromstahlglänzenden Frauen oder etwa dem Schweizer H.R. Giger, als Designer des ersten Alien Filmes und deren mannigfaltige Mutationen). Deren Bilder, die vornehmlich im Fotorealismus oder Surrealismus angesiedelt sind, spiegeln eine scheinbar reale Welt wider, die mit Ungeheuern, schmerzenden und brutalen Erlebnissen, Science Fiktion, Fantasy und Märchen nur so gespickt sind. Denn- alles ist realistisch darstellbar und bringt den Betrachter oft genug in Zweifel, ob jetzt das dargestellte Motiv "wirklich" oder eben nur "erfunden" ist. Airbrush wird heute in Verbindung mit Fotografie, mit den unterschiedlichsten Oberflächen wie Autos und Motorräder, Surfund Snowboards, aber auch Textilien, im Bodypainting und Aktionskunst Bereich eingesetzt und die Künstler entdecken immer wieder neue Einsatzgebiete.

Fotografie

Nach der Erfindung und Verwendung lichtempfindlicher Materialien- wie das Lichtbildverfahren von Niepce und Daguerre 1839 oder das Negativ-Verfahren von Talbot im selben Jahr gab es in der Fotografie eine sprunghafte Entwicklung. Bereits 1869 wurde von du Hauron die Farbfotografie in der Praxis bewiesen. In ihrer Entstehungsphase wurde die Fotografie als "Feind" der Malerei und der bildenden Künstler betrachtet, da diese ihrer reportageähnlichen Aufgaben entledigt wurden. So wurde aber auch die Fotografie zunächst nicht unbedingt als künstlerisches Medium kreiert, obwohl bereits Daguerre 1837 z.B. Stillleben aufgenommen hatte, um diese "anstatt der Malerei" auch zu präsentieren. Da die Fotografie schneller und genauer abbildete, wurde diese zusehends als Ersatz der Portraitmalerei, der Landschaftsmalerei und der Dokumentation erkannt und eingesetzt. Hier entstehen die ersten "künstlerischen" Fotografien, wie die Portraitaufnahmen von Julia M. Cameron oder Frederick Hollyer bereits Mitte des 19. Jahrhunderts. Der Pictorialismus - der erste Fotostil- als scheinbare Imitation der impressionistischen Malerei wurde von Steichen, Coburn oder Henneberg perfektioniert. Dies wurde auch durch die technischen Entwicklungen vereinfacht und ermöglicht. Ähnlich wie in der Malerei spiegelt die Fotokunst einzelne Entwicklungen und Zeitströmungen wider. Immer weitere Möglichkeiten eröffneten sich mit der technischen Verbesserungen bei Fotoapparaten, Objektiven, den Beleuchtungsmitteln und allen Messinstrumenten. Ursprünglich hatte der bildende Künstler die größeren Freiheiten der "Abbildung" und der "Interpretation". Er konnte weglassen und hinzufügen, wie es seinem Ziel und seiner Absicht entsprach. Der Fotograf hingegen konnte sich nur an Gegebenheiten halten. Seine "Kunst" war das Suchen des richtigen Ausschnittes, der Entfernung, der Kombination, des passenden Bildaufbaues oder etwa der Lichtführung. So konnte der Fotograf seinen Werken seine eigene Handschrift aufdrücken, wobei die Möglichkeiten der Veränderungen - gegenüber den malenden Kollegen beispielsweise - gering war.

Mit dem Einbeziehen der Coloration (Übermalungen oder Einfärbungen) wurden auf den Fotografien eigenwillige Veränderungen angebracht. Ebenso war und ist die Collage ein beliebtes Stilmittel der Nachbearbeitung. Seit der Digitalisierung und dem Einzug der elektronischen Bildbearbeitung ist das Veränderungspotenzial schier unerschöpflich und steht dem der bildenden Künstler in nichts nach. Berühmte Fotografen und Künstler bedienen sich dieser Medien, um Verfremdungen zu schaffen, prägende Stilmittel einzusetzen und den Fotografien die eigene Handschrift zu verleihen.

Andere Techniken

Künstlerische Freiheit und Kreativität lässt sich kaum eingrenzen und schon gar nicht komplett erfassen. Deshalb finden Sie in dieser Rubrik künstlerische Arbeiten, die sich auf die anderen, definierten und bekannteren bzw. öfters angewendeten Techniken nicht einteilen lassen. Wir wollen nicht einzwängen oder ausgrenzen. Wir wollen auch nicht schubladisieren. Obwohl dies in diesem Medium speziell und für die einfache Auffind-Struktur unserer Hompage teilweise notwendig ist.

Wir können und wollen an dieser Stelle "andere Techniken" nicht näher beschreiben.

Objekte/Bildhauerei

Auch: Plastik, Skulptur, Bildhauerkunst, Bronze, Abguss, Denkmal. Die Objektkunst ist dreidimensional (selbst auch das Relief).

Bereiche wie die Bildhauerei zu den tragenden und wichtigsten Säulen der Kunst seit Anbeginn allen künstlerischen Schaffens. Es waren nicht zuletzt auch die berühmten Vorbilder aus dem Altertum in Griechenland, im römischen Reich sowie auch in den außereuropäischen Kulturen (z.B. China) die in Zeichnungen und Entwürfen großartige Kunstwerke schufen, bevor sie sich an die Umsetzung z.B. in Stein, Ton, Elfenbein, Gips oder Holz wagten. Auch heute noch sind viele Zeichnungen von Bildhauern und Objektkünstlern begehrte Sammlerwerke nicht zuletzt wegen ihrer Einzigartigkeit und Spontaneität, ist doch bei allen Bildhauern das spezielle räumliche Denken und die dreidimensionale Vorstellungskraft besonders ausgeprägt und trainiert. Es sind also die Entwürfe, Skizzen und Malereien, die das eigentliche Arte Fakte begleiten (wie z.B. bei dem Verpackungskünstler Christo oder auch bei Michelangelo) auf die wir hier besonders hinweisen wollen.

Andererseits soll auch dieser wichtigen Kunstgattung Raum geboten werden. Eingeladen und ausgestellt werden vielerlei Werke, wie Plastiken aus Stein, aus Holz oder anderen Materialien. Auch Abgüsse in Bronze, Eisen oder in anderen harten Materialien, Gebilde aus Ton und formbaren Massen. Es können auch Fundstücke aus unterschiedlichen Materialien zusammengestellt sein, darüber hinaus auch nachbearbeitet oder sogar bemalt sein. Ebenso Objekte aus Naturmaterialien, aus Kunststoffen oder aus Glas. Zeitgenössische und moderne Vertreter, wie J.Beuys, weiteten abermals den (eher traditionellen) Begriff der Plastik aus.